Projekte und Angebote

Tavolata

Interessierte Gemeinden und Fachpersonen oder ältere Menschen selbst können gerne mit uns Kotakt aufnehmen.

Das Gesundheitsamt kann für die Umsetzung von Projekten, Aktionen und Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung im Alter Projektbeiträge und fachliche Unterstützung gewähren.

Die Lebensverhältnisse in der Wohnumgebung wirken sich auf die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung aus. Deshalb sind Massnahmen der Gesundheitsförderung in der Gemeinde besonders wirksam. Nach der Phase des Erwerbslebens können die älteren Menschen am Wohnort am besten erreicht werden. Dies gilt umso mehr, je stärker ihre Mobilität durch gesundheitliche Einschränkungen oder geringe finanzielle Mittel beeinträchtigt ist. Die Gemeinden verfügen nicht nur über einen guten Zugang zur älteren Bevölkerung. Sie können auch die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort besser erfassen und in ihrer Alterspolitik berücksichtigen.

Kontakt: Gesundheitsamt Graubünden, Gesundheitsförderung und Prävention, Marianne Lüthi, 081 257 64 03, marianne.luethi@san.gr.ch

Weitere Angebote

  • Sensibilisierungsveranstaltungen zur Gesundheitsförderung und Prävention im Alter
  • Bestandesaufnahmen: Welche Angebote haben wir? Wer ist zuständig? Was fehlt?
  • Situationsanalysen mit der älteren Bevölkerung: Zukunftswerkstätten (oder andere Grossgruppen- oder Befragungsmethoden nach Wahl der Gemeinde)
  • Begleitung von Gemeindeprojekten in Zusammenarbeit mit Pro Senectute
  • Veranstaltungs- und Kursreihen für die ältere Bevölkerung
    • Fit im Kopf, Gedächtnistraining und kulinarische Gedächtnispflege
    • Sicher auf den Beinen, sicher unterwegs: Bewegungsübungen, die vor Stürzen schützen
    • Sicherheit im Alter mit der Kantonspolizei: präventiv gegen Betrügereien
    • Gesund essen und geniessen im Alter
    • Entspannung
    • Psychische Gesundheit
    • Sucht im Alter
    • Verfügungen für den Ernstfall
    • Andere Themen nach Bedarf der Gemeinden und ihrer älteren Bevölkerung

Interview mit Peter Kropf zum Projekt «Domleschg55+»

«Heutzutage will niemand mehr ins Altersheim»

Peter Kropf leitet die Gruppe «Information» des Projekts «Domleschg 55+». Im Interview spricht er über Motivation, Herausforderungen sowie Ziele und was es braucht, damit eine Gemeinde für Generationen attraktiv ist.

Herr Kropf, Sie engagieren sich sehr für das Projekt «Domleschg 55+». Was treibt Sie an?

Ich war beruflich immer selbstständig, und in den letzten Jahren habe ich mein Arbeitspensum kontinuierlich reduziert, um mich auf die bevorstehende Pensionierung vorzubereiten. Jetzt mache ich nur noch Dinge, die mir Spass machen. Meine Frau und ich wohnen zudem seit acht Jahren in Domleschg. Vorher haben wir im Durchschnitt alle sechs Jahre den Wohnsitz gewechselt. Dabei standen wir jedes Mal vor der Situation, neu im Dorf zu sein und niemanden zu kennen. Da muss man selbst aktiv werden. Das Projekt bot mir die ideale Gelegenheit dazu.

Der Übergang ins Pensionsalter ist für viele ein einschneidendes Erlebnis. Was raten Sie angehenden Pensionisten?

Sie sollten sich früh damit beschäftigen, wie sie diesen Lebensabschnitt gestalten wollen – inklusive finanzieller Vorsorgeplanung. Es gibt so viele Angebote, die man nutzen kann – nicht nur von Pro Senectute.

Das Projekt «Domleschg 55+» läuft seit rund drei Jahren. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus?

Die Aktivitäten der freiwilligen Arbeitsgruppen wurden von Beginn an gut aufgenommen. Anfangs hatten wir etwa bei der Gruppe «Spielen und Gestalten» Bedenken, ob die Kurse zustande kommen. Heute haben wir manchmal zu viele Anmeldungen. Auch bei den Mittagstischen  und beim Projekt «Alltagstisch», wo in kleineren Gruppen zu Hause gemeinsam gekocht und gegessen wird hat sich die Teilnehmerzahl verdreifacht; beim Fahrdienst hat eine Person angefangen, heute sind es sieben. Bei der Wandergruppe waren es anfänglich drei Personen, jetzt sind es sieben. Nur wir in der Gruppe «Information» sind immer noch zu dritt, aber es braucht dazu auch nicht mehr.

Welche Angebote kommen am besten an?

Die Mittagstische werden am meisten besucht. In der Regel nehmen rund 20 Personen daran teil. Sie sind auch deshalb beliebt, weil die Teilnehmenden anschliessend noch etwas gemeinsam unternehmen können, etwas jassen und spielen.

Finden Sie genügend Leute, die sich freiwillig für die Angeboten engagieren?

Es ist recht schwierig, da die Freiwilligenarbeit nicht mehr so im Trend ist. Viele wollen Dienstleistungen beanspruchen, aber nur wenige möchten sich dafür engagieren. Dieses Missverhältnis wird es aber immer geben.

Wie lösen Sie das Problem?

Wir machen Workshops, und wenn es den älteren Menschen wirklich wichtig ist, setzen wir das Angebot in Zusammenarbeit mit der Gemeinde um. Dafür finden sich dann schon Leute.

Welche weiteren Herausforderungen gibt es zu meistern?

Eine Herausforderung ist sicher die Kommunikation. Im Arbeitsleben war es für mich normal, E-Mails zu versenden. Heute muss ich mir zuerst die Frage stellen, ob die Person, die ich kontaktieren will, überhaupt diesen Kanal nutzt – und wenn ja, wie oft. Das muss  ich merken, sonst denke ich irrtümlicherweise dass sie kein Interesse hat. Im April organisieren wir deshalb einen Kurs, der Interssierte auf den Umgang mit Smartphones und Tablets vorbereiten soll. Wir haben nämlich eine tolle Projekt-Website, vermuten aber, dass viele ältere Leute diese gar nicht besuchen, weil sie mit dem Internet nicht vertraut sind.

Welche Rolle spielt die Unterstützung durch Kanton und Partnerorganisationen?

Die Kooperationen sind sehr wichtig – mit dem Gesundheitsamt in strategischer und koordinierender Hinsicht und mit Pro Senectute für die Umsetzung und vor allem auch für die Vernetzung mit anderen Gemeinden.

Wie soll sich das Projekt «Domleschg 55+» in zehn Jahren entwickelt haben?

Die älteren Menschen sollen sagen: In Domleschg wohne ich gerne, weil ich auch im Alter eine gute Lebensqualität und eine Vielfalt an Angeboten habe. Hierfür muss das Angebot aber weiterhin auf die Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner abgestimmt sein. Die Ausrichtung der Programme hängt auch stark mit den alternativen Angeboten im Bereich Wohnen zusammen. Heutzutage will niemand mehr ins Altersheim. Wenn eine Gemeinde attraktiv sein will, muss sie generationsübergreifend denken und Mehrgenerationenhäuser bauen.

Was wünschen Sie sich selbst für die Zukunft?

Ich hoffe, dass ich weiterhin aktiv bleibe.

Zur Person

Peter Kropf, Jahrgang 1951, leitet die Gruppe «Information» des Projekts «Domleschg 55+». In dieser Funktion bündelt er bestehende Angebote für ältere Menschen und informiert darüber über verschiedene Kommunikationskanälen wie Website, Gemeindezeitung Novitads, Anschlagbretter oder Lokalzeitungen. Der gebürtige Zürcher wohnt mit seiner Frau seit acht Jahren in der Gemeinde Domleschg. Zuvor war er rund 20 Jahre im Bereich Marketing und Kommunikation selbstständig.
Weitere Infos: www.domleschg.ch

Text: Silke Knöbl
Foto: Yvonne Bollhalder

 

 

Impressionen aus dem Filz-Workshop im «Tgea Nue».

 

3. Bündner Forum für Altersfragen

Betreuende und pflegende Angehörige

Einladung  zum
3. Bündner Forum für Altersfragen,

Mittwoch, 1. Juni 2016, Forum im Ried, Landquart

Wir vernetzen am diesjährigen Altersforum nicht nur die öffentlichen und privaten Akteure und Organisationen in der Altersarbeit, sondern treten auch in den Dialog mit betroffenen Angehörigen, Arbeitgebern und mit Politikerinnen und Politikern.

Das Gesundheitsamt organisiert das dritte Forum für Altersfragen in Zusammenarbeit mit der Alzheimervereinigung Sektion GR, mit palliative gr, Pro Senectute GR, Rotes Kreuz GR und dem Spitexverband GR.

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier

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