Sturzprävention

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Gemeinsam Stürzen vorbeugen

Rund ein Drittel der über 65-jährigen Menschen stürzt jedes Jahr. Oft kommt es zu Frakturen, wobei die Oberschenkelhalsfraktur am meisten gefürchtet ist. Neben hohen Kosten, die im Gesundheitswesen anfallen, bedeuten die Folgen eines Sturzes für die Betroffenen oft eine starke Einbusse der Lebensqualität. Nach einer Oberschenkelhalsfraktur sind etwa 40% der Betroffenen auf einen Pflegeheimplatz angewiesen. Rund 25% sterben gar innerhalb eines Jahres.

 Sturzprävention wirkt!

Unter dem Motto “Gemeinsam Stürzen vorbeugen” zeigen wir auf nachfolgenden Seiten, wie Sie als Akteur und Begleiter sturzgefährdeter Menschen agieren und einen wichtigeen Teil zur einer Sturzprävention beitragen können.

zum Projekt Sturzprävention

Sturzprävention Graubünden

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Rund ein Drittel der über 65-jährigen Menschen stürzt jedes Jahr. Oft kommt es zu Frakturen, wobei die Oberschenkelhalsfraktur am meisten gefürchtet ist. Neben hohen Kosten, die im Gesundheitswesen anfallen, bedeuten die Folgen eines Sturzes für die Betroffenen oft eine starke Einbusse der Lebensqualität. Nach einer Oberschenkelhalsfraktur sind etwa 40% der Betroffenen auf einen Pflegeheimplatz angewiesen. Rund 25% sterben gar innerhalb eines Jahres.

Gemeinsam Stürzen vorbeugen 

«Sturz» ist ein komplexes Geschehen, deshalb muss die Prävention umfassend angegangen werden. Personen, die ein erhöhtes Sturzrisiko aufweisen und/oder bereits gestürzt sind, benötigen eine gezielte Betreuung auf verschiedenen Ebenen. Folgende Berufsgruppen spielen dabei eine wichtige Rolle: Ärzteschaft (Hausarzt/-innen oder Facharzt/-innen), Spitäler, Spitex, Physiotherapie, Ergotherapie. Alle diese Akteure wurden in Weiterbildungen zur “Sturzprävention” geschult und sensibilisiert. Sie werden sturzpräventiv tätig, indem sie Sturzrisiken erkennen, ansprechen und therapeutische oder präventive Massnahmen ergreifen und die Zielgruppe dazu motivieren, im Sinne eines gezielten Aufbautrainings selber aktiv zu werden.

Das Thema Sturzprävention soll auch in der Öffentlichkeit zum Gesprächsthema werden          

Wichtig sind aber nicht nur die Fachpersonen der verschiedenen Organisationen, sondern auch dass in der Öffentlichkeit über das Thema Sturzprävention, Sturzgefahren und mögliche Massnahmen mit Gefährdeten gesprochen wird. Betroffene werden dadurch auf Gefahren aufmerksam gemacht und motiviert, aktiv zu werden und zum Arzt/zur Ärztin zu gehen. Hier spielen folgende Institutionen oder Personen eine wichtige Mittlerrolle: NGOs wie Pro Senectute, Rheumaliga, SRK, die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. Medien und Krankenversicherer sind ebenfalls wichtig wie auch Dienstleister im Bereich Bewegungsförderung.

Risikofaktoren im Bereich Sturz                                                                                    

Es werden verschiedene “innerliche“ und „äusserliche“ Risikofaktoren mit Stürzen älterer Erwachsener in Verbindung gebracht. Je ausgeprägter ein Risikofaktor oder je mehr Risikofaktoren zur gleichen Zeit auftreten, desto grösser ist das Sturzrisiko einer Person.

Innerliche Faktoren Äusserliche Faktoren
·         Alter

·         Mobilitäts- und Gleichgewichtsstörungen

·         Seh- und Hörstörungen

·         psychische und kognitive Störungen

·         Bewusstseinsverlust und Synkopen

·         Inkontinenz, häufige Toilettengänge

 

·         Umgebungsgefahren

·         inadäquates Schuhwerk und Kleidung

·         Verwendung von inadäquaten Geh- und Sehhilfen

·         Medikamente

Präventionsmöglichkeiten zur Reduktion der Risikofaktoren

Wer ein erhöhtes Sturzrisiko aufweist bzw. schon gestürzt ist, sollte umfassend betreut werden. Dies beinhaltet:

  1. Medizinische Abklärung beim Hausarzt: Sehkraft, Gehör, Herz-Kreislauf-System, Störung der Harnblasenentleerung, Medikamentenkonsum etc.
  2. Körperliches Training: gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining zur Sturzprävention in der Gruppe oder Bewegungstraining zuhause
  3. Reduktion von Stolperfallen im eigenen Wohnraum: z.B. lose Teppiche, schlechte Beleuchtung, fehlende Geländer, unpassendes Schuhwerk, herumliegende Gegenstände
  4. Weitere Massnahmen: gesunde und eiweissreiche Ernährung, Einnahme von Vitamin D, Einrichten eines Notrufs, korrekte Verwendung von Gehhilfen und anderes

Handeln lohnt sich!

Die Häufigkeit von Stürzen kann mit entsprechenden Trainings um rund 30-50% reduziert werden.

Sturzprävention konkret: Rückblick und Ausblick

Die Hausarztpraxen bilden die Drehscheibe der Sturzprävention. Hier liegt die Verantwortung für die richtige Diagnosestellung, für die Behandlung, für Verordnungen an Physio- und Ergotherapie und für die Sicherstellung der längerfristigen Betreuung. Aber ohne die anderen Akteure geht es nicht! Sie tragen zur Sturzrisikoerkennung bei, überprüfen Verläufe, leiten das Training zum gezielten Muskelaufbau an, lehren den Umgang mit Schwächen und Behinderungen, analysieren Stolperfallen zuhause, betreiben Notrufsysteme etc. Zentral dabei ist eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit – eine funktionierende, koordinierte Vorsorge und Versorgung!

Zum Projektstart

Im März wurde das Projekt «Gemeinsam Stürze vorbeugen» gestartet. Das Projekt wird in den zwei Pilotregionen Chur und Prättigau durchgeführt und dauert zwei Jahre (bis Ende 2017). Unter Federführung der Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamtes Graubünden wollen alle Beteiligten langfristig Stürze verhindern und dadurch das Leid der Betroffenen wie auch Kosten im Gesundheitswesen reduzieren. Folgende Fachpersonen und Institutionen  spielen dabei eine wichtige Rolle: Ärzteschaft, Spitäler, Spitex, Physio- und Ergotherapeut/-innen wie auch Kursleitende von Bewegungsangeboten. In einem ersten Schritt soll die Kommunikation zwischen diesen Personen optimiert und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert werden. Anfang Jahr wurden dazu gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt. Die Teilnehmenden sollen Sturzrisiken möglichst frühzeitig erkennen, weiter melden und wo möglich präventive Massnahmen ergreifen. Das Wichtigste wäre, dass betroffene ältere Personen motiviert werden, im Sinne eines Aufbautrainings selber aktiv zu werden. Helfen Sie mit, handeln lohnt sich!

Das Projekt wird unterstützt durch: Bündner Ärzteverband, Ärztenetzwerk Grisomed, Spitex, Pro Senectute, Physio Graubünden, Ergotherapieverband Sektion GR, Projekt Via-Gesundheitsförderung Schweiz.

Konzept Sturzprävention

Best Practice Sturzprävention

Unsere Partner:

Kantonsspital Graubünden

Physio Graubünden

ErgotherapeutInnen-Verabdn Schweiz (evs/ase)

GRTV

SPITEX Verband Graubünden

Pro Senectute Graubünden

Bündner Ärzteverein

Grisomed

bfu

VIA-Gesundheitsförderung Schweiz

Weiter Informationen:

Die Standorte der Fit-Gym Kurse von Pro Senectute finden Sie hier

Am 1. März hat die bfu zusammen mit Pro Senectute Schweiz eine Kampagne zur Sturzprävention lanciert. Mehr Informationen dazu finden Sie unter: www.sichergehen.ch.

bfu

 

 

 

Weiterbildung Sturzprävention

 

Auswertung Weiterbildung Chur

Im Rahmen des Pilotprojekts «Gemeinsam Stürzen vorbeugen» haben im Januar und Februar 2016 vier Weiterbildungsveranstaltungen in Chur und Schiers stattgefunden. Über 200 Personen haben daran teilgenommen und sich mit der Sturzprävention auseinandergesetzt. Die Teilnehmenden sollen Sturzrisiken besser erkennen, ansprechen und weiter melden – um gemeinsam vorzubeugen. Darum wurde auch der interdisziplinäre Austausch angeregt. Sturzprävention funktioniert nur, wenn alle Beteiligten (Mitarbeitende der Spitex, Physio- und Ergotherapeut/-innen, sowie Kursleitende von Bewegungsangeboten) gut zusammenarbeiten und am gleichen Strick ziehen. Nur so können langfristig Stürze und deren Folgen reduziert werden. Das Vorhaben wird auch vom Bündner Ärzteverband und vom Ärztenetzwerk Grisomed mitgetragen und unterstützt. So werden die Ärzte aus den Pilotregionen in ihren Qualitätszirkeln ebenfalls über das Projekt informiert und für die Sturzprävention sensibilisiert.

Hier finden Sie alle wichtigen Abläufe und Meldebätter zum Download:

Auswertung Meldeblätter Sturzrisiko

Meldeblatt

Ablauf Sturzprävention Physiotherapie

Ablauf Sturzprävention Spitex

Ablauf Sturzprävention Ergotherapie

Hier finden Sie die Auswertung der Weiterbildungen

Auswertung Weiterbildung Schiers 22.02.2016

Auswertung Weiterbildung Schiers 27.01.2016

Auswertung Weiterbildung Chur 11.02.2016

Auswertung Weiterbildung Chur 02.03.2016

10 Übungen für mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alltag

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